Samstag, 7. Februar 2015

20. Spieltag: VfB Stuttgart - Bayern München 0:2

Der VfB zeigt eine starke Defensivleistung, muss sich effizienten Bayern am Ende aber trotzdem geschlagen geben. Eine Kurzanalyse.

Stuttgart drängt Bayern aus dem Zentrum


Formationen
Nach dem Unentschieden in Köln setzte Stevens in vorderster Front auf Ibisevic statt Harnik und nahm auch Sararer wieder aus der Elf. Für ihn kam Sakai in die Mannschaft, während Hlousek die Außenbahn übernahm. Beide Flügel waren damit sehr defensiv besetzt und standen auch entsprechend tief. Je nachdem ob beide, nur einer oder keiner der beiden Außenstürmer mit in die Abwehrkette rückte entstanden aus dem ursprünglichen 4-4-2 5-3-2- oder 6-2-2-Ordnungen. Aus diesen Formationen konnten Sakai und Schwaab dann aggressiv gegen die gegnerischen Flügelspieler herausrücken und für Zugriff und Intensität sorgen.

Wichtig bei diesem Pressing war, dass das zentrale Viereck mit Romeu, Gentner, Leitner und Ibisevic sehr geschlossen ballorientiert hin und her schob und damit eine extreme Kompaktheit im Zentrum und den Halbzonen herstellte. Da gerade auch die beiden Pressingspitzen gut mit nach hinten arbeiteten (Ibisevic mit schwankender Konsequenz, Leitner dafür umso mehr - laufstärkster Spieler auf dem Platz), musste Bayern immer wieder nach hinten spielen und konnte kaum einmal über die Sechser oder die Angreifer in gegenüberliegende Freiräume verlagern.

Bayerns Probleme


Dabei spielte dem VfB auch die Rollenverteilung bei Bayern in die Karten. Mit Alaba, Götze, Lewandowski und Bernat hatten sie viel Präsenz auf der linken Seite und versuchten dort zu überladen. Diese Ansätze konnte der VfB dann mit seiner Kompaktheit sehr gut zuschieben, während im rechten Halbraum häufig ein schematisches Loch war. Außerdem hatten Weiser, Robben und Schweinsteiger gegen Hlousek, Sakai und Gentner nur Gleichzahl und konnten bei Bedarf unkompliziert in Manndeckung genommen werden. Aus diesem Grund musste der VfB auch nicht so weit auf diese Seite nachrücken und vermied dadurch Verlagerungslücken.

Trotz dessen machten die Gäste letztlich das Tor. Zuvor hatte Guardiola Bernat in die Mitte und Alaba auf den Flügel beordert. Der Spanier agierte etwas zentraler als sein Vorgänger und driftete in der Szene vor dem 1:0 nach außen, wodurch sich Gentner ein bisschen zu weit herüber ziehen ließ. Nach der anschließenden Verlagerung schob der VfB dann nicht konsequent nach und konnte trotz lokaler 3-gegen-2-Überzahl ausgespielt werden.

Offensivansätze des VfB


In der ersten Hälfte hatte Stuttgart durchaus vielversprechende Konteransätze. Aufgrund der formativen Lücke, die Bayern im rechten Halbraum hatte, konnten sie hier nicht sofort Zugriff im Gegenpressing herstellen, was für den VfB wiederum Möglichkeiten zum Umschalten bedeutete. Dazu wich Leitner meistens sehr weit aus und versuchte dort den Ball festzumachen. Hlousek und Klein rückten dann simpel in sie letzte Linie, während von hinten Sakai und Gentner nachstießen. Daraus entwickelten sich ein paar ordentliche Szenen, die zeitweilig sogar für ein kleines Chancenplus sorgten.

Nach der Pause stellte Guardiola auf Dreierkette um und brachte Müller für Weiser, der fortan neben Lewandowski stürmte. In dieser Formation wurde die Raumbesetzung bei den Gästen besser und ausgewogener. In der Folge konnte der VfB den Gegner nicht mehr so klar auf einer Seite festnageln und Bayern entwickelte mehr Präsenz und Kontrolle. Zwar konnte Stevens dem mit offensiven Wechsel und häufigerem (gut ausgeführtem) Übergang ins Angriffspressing durchaus entgegensteuern, aber das doch eher mittelmäßige Konterspiel des VfB reichte nicht aus, um den Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen.

Fazit


Stevens bot eine überzeugende Defensivausrichtung auf, die dem Tabellenersten viel abverlangte - in der ersten Halbzeit kamen sie gar nur auf 3 Schüsse (gleich viele wie der VfB). Unglücklicherweise, aus Stuttgarter Sicht, waren die Bayern an diesem Tag nicht verschwenderisch mit ihren Chancen und schafften es ein Mal, die kleinen Schwachpunkte der Stuttgarter Formation zu bespielten. Alabas toller Freistoß entschied dann letztlich die Partie.

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