Mittwoch, 18. Februar 2015

21. Spieltag: TSG 1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart 2:1

Der Torfluch ist gebrochen, aber die Probleme bleiben. Auch gegen Hoffenheim liefert der VfB in der Offensive nur Ansätze und schafft es nicht, seine chronischen Schwierigkeiten zu überwinden.

Im Vergleich zum Spiel gegen Bayern brachte Stevens Harnik und Werner für Schwaab und Ibisevic ins Spiel. Der Österreicher lief dabei als Linksaußen auf, während Werner als einzige Spitze extrem weit auf die Flügel auswich. Dahinter pendelte Leitner ebenfalls sehr weit auf die Seiten und unterstützte die Bemühungen dort. Gentner hielt sich dagegen die erste halbe Stunde sehr tief und rückte dann im Laufe der Partie immer weiter auf. Romeu sicherte wie gewohnt ab und schob gelegentlich ein bisschen unterstützend nach.

Das alte Lied


Aus dieser Systematik ergaben sich teilweise etwas ausgewogenere Offensivstrukturen als zuletzt, allerdings agierte der VfB in vorderster Linie immer noch zu flach. Ein Problem dabei war zum Beispiel, dass Harnik als Linksaußen praktisch keine Tiefe gab und entweder sehr breit stand, oder horizontal einrückte. Auch Werner fehlte wegen seinem weiten Ausweichen als Anspielstation. Dadurch gab es gerade in Umschaltmomenten keine gute Tiefenstaffelung und die flachen, gleichförmig aufrückenden Stellungen mussten umständlich und ineffektiv ausgespielt werden.

Neben diesen teilweise auftretenden strukturellen Problemen traten in der Offensive aber auch wieder einmal die selben Muster auf, die Vorgänger Veh schon den Job gekostet haben. In den zahlreichen ungeordneten Situationen, die sich im Spiel ergaben, agierte der VfB sehr unspontan und ging viel zu wenig auf die Gegebenheiten ein. Letztlich äußerte sich das in schwachen oder unpräzisen Unterstützungsbewegungen und auch einfach Abstimmungsproblemen, sowie teilweise Hektik und Ignoranz von Lücken im Zentrum. Damit kam praktisch kein Fluss in die Offensivaktionen des VfB und man agierte das ganze Spiel über ohne wirkliche Durchschlagskraft.

Hoffenheims Strategie


Dabei bot die TSG durchaus etwas an. Gegen den Ball spielte der VfB 4-1-4-1 mit linksseitig positioniertem Mittelstürmer. Gentner und Leitner orientierten sich an Rudy und Schwegler, während dahinter Romeu meistens mir Firmino mitging. Vorteilhaft war, dass Hoffenheim die Außenverteidiger zunächst tief hielt, weil Klein und Harnik damit nicht in die Verlegenheit kamen, Fünfer- oder Sechserketten herstellen zu müssen. Wenn die Kraichgauer dann den frühen langen Ball schlugen, konnten die beiden Österreicher bei Bedarf sehr weit einrücken und eine extreme Kompaktheit herstellen, die für den Gegner kaum zu bespielen war.

Ein Problem bei Hoffenheim war dabei, dass sie nicht immer ganz kollektiv nachrückten und dann teilweise sehr tiefe Akteure nachziehen mussten. Das verschaffte dem VfB zum einen Zeit und zum anderen Raum in höheren Zonen. Aus solchen Situationen heraus konnte besonders Romeu, der für anstürmende Gegenspieler mal wieder nur ein müdes Lächeln übrig hatte, Bälle sichern und einige Angriffe stark einleiten. Darüber hinaus hatte man auch die Möglichkeit, das sehr aggressive Angriffspressing des Gegners auf ähnliche Weise auszuhebeln. Wie erwähnt wurde aus den Folgesituationen aber nicht viel gemacht und die Gastgeber erzeugten mit ihrer simplen, aber doch latent gefährlichen Vorgehensweise trotzdem eine leichte Überlegenheit nach Chancen.

Spielverlauf


Nach der Pause versuchte der VfB eher über die linke Seite zu kommen, hatte aber das Problem, dass durch Leitners weites Verschieben auf diesen Flügel keine Verbindungen mehr in die Mitte zustande kamen. Lichte Momente aus der ersten Halbzeit wurden dadurch seltener. Hoffenheim dagegen wurde ein bisschen entschlossener im Nachsetzen und agierte etwas mehr über die Flügel, was es dem VfB erschwerte, kontrolliert den Ball zu erobern. Im "zweiten Versuch" kam Hoffenheim damit zu ein paar mehr Szenen.

In der Schlussphase konnte der eingewechselte Maxim auf der rechten Seite noch die eine oder andere Szene anstoßen. Auf der anderen Seite war die Absicherung mit ihm und dem hohen Gentner inzwischen einen Tick schwächer geworden und boten Hoffenheim für die zerfahrene Schlussphase mit vielen Kontern und Gegenkontern den etwas besseren Nährboden. Aus einer Phase, in der sie mehr über rechts kamen und mal ein paar Szenen zu Ende gespielt bekamen, entstanden in der Folge die besten Chancen der Partie.

Fazit


Auch wenn keins der drei Tore besonders viel mit dem Spiel zu tun hatte, spiegeln sie das Kräfteverhältnis dieser Partie ganz gut wider und sorgten für ein durchaus gerechtes Ergebnis. Das einzige, was beim VfB aktuell positiv stimmt, ist, dass zumindest klar ersichtlich ist, dass an der Offensive gearbeitet wird und mit der Klasse des Kaders prinzipiell auch sehr große Leistungssprünge möglich erscheinen. Wenn die Entwicklung allerdings so langsam vorangeht wie im Moment, dann erscheint der Klassenerhalt nicht gerade wahrscheinlich.

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